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unilogo Universität Stuttgart
Technische Kybernetik
 

Anforderungsprofil

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Für die gezielte Beeinflussung eines technischen Vorgangs ist zunächst ein grundlegendes Verständnis der Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge bei dem Vorgang nötig. Um dies zu erlangen, sollten einem physikalisch-technische Analysen "locker von der Hand" gehen.

Ein nur qualitatives Verständnis von dem Vorgang reicht jedoch nicht aus, um ein bestimmtes Wunschverhalten bei dem Vorgang durch gezielte Eingriffe möglichst genau zu erreichen. Das qualitative Verständnis muss zu einer hinreichend genauen quantitativen Vorstellung über den Vorgang in Form von Funktionsausdrücken und Gleichungen weiterentwickelt werden. Die zugehörige "Welt der Mathematik" sollte einem also auch "liegen".

Da die Steuerungs- und Regelungstechnik ihre Konzeptionen dann auf der Basis bestimmter Klassen von mathematischen Modellvorstellungen über technische Vorgänge entwickelt hat, ergibt sich, dass eine bestimmtes Eingriffskonzept in gleicher Weise bei scheinbar ganz unterschiedlichen technischen Vorgängen das gewünschte Beeinflussungsziel erreichen kann; die Vorgänge müssen dazu nur dieselbe mathematische Modellstruktur aufweisen. Daraus resultiert jedoch, dass Steuer- und Regelkonzepte für Vorgänge zunächst relativ abstrakt anhand der zugehörigen mathematischen Modelle entwickelt werden; die konkrete technische Umsetzung erfolgt erst in einer späteren Phase. Diese Arbeitsweise setzt aber voraus, dass man von einem konkreten technischen Vorgang weg zu formaleren mathematischen Modellen abstrahieren und auch in abstrakten Strukturen denken und entwickeln kann. Gut strukturierte und durchdachte Problemlösungen sind lange vor der praktischen Ausführung "mit dem Schraubenschlüssel in der Hand" (wenn überhaupt !) gefragt. Diese Vorgehensweise, erst zu denken und dann zu basteln, sollte ebenfalls dem eigenen Naturell entsprechen.