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Die Kybernetik versteht sich als Systemwissenschaft,
d.h. sie ist nicht auf ein spezielles Anwendungsgebiet
festgelegt, sondern sie beschäftigt sich mit disziplinübergreifenden
Fragestellungen. Das Studienfach "Technische Kybernetik"
wurde 1971 an der Universität Stuttgart eingeführt um der
zunehmenden Nachfrage nach fachübergreifendem Wissen speziell
in den Ingenieurwissenschaften gerecht zu werden.
Das Studium ist so konzipiert, dass es in 9 Semestern
mit dem Grad Diplom-Ingenieur(in) abgeschlossen werden kann.
Während der ersten 4 Semester (dem Vordiplom) werden
die Grundlagen der Ingenieurwissenschaften vermittelt, wobei im Vergleich zu
anderen Ingenieurstudiengängen, die Mathematik als gemeinsame Basis
im Vordergrund steht. Hinzu kommen erste systemtheoretische
Vorlesungen und eine Übersichtsvorlesung mit Anwendungsbeispielen
der Technischen Kybernetik.
Im Hauptdiplom liegt ein Schwerpunkt auf system- und
methodenorientierten Fächern, die relativ
unabhängig von konkreten Anwendungen sind
(Regelungstechnik, Systemtheorie, Stochastik, usw.)
Ausserdem wird die mathematische Modellbildung verschiedenster
Systeme vertieft. Wichtiges Bindeglied zu realen Problemstellungen ist die
Simulationstechnik, die rechnergestützte Methoden zur
Überprüfung und Umsetzung der systemtheoretischen Methoden
zur Verfügung stellt.
Im zweiten Schwerpunkt, einem Vertiefungsfach (nach eigener Wahl) soll das
Wissen in einem Anwendungsgebiet so weit vertieft werden, dass
klar wird wie die kybernetischen Methoden des Studiums in einem
konkreten Gebiet zur Anwendung kommen können.
Sowohl im Grundstudium als auch im Hauptstudium werden verschiedene
Fachpraktika angeboten, um einen Einblick in den Ablauf technischer
Prozesse zu vermitteln. Dabei kann man sehen wie Forschung,
Entwicklung und Produktion ineinander übergreifen.
Darüber hinaus wird in einer Studien- und einer Diplomarbeit das in den
Vorlesungen erarbeitete Wissen auf konkrete Problemstellungen
angewandt. Auch das 12 wöchige Industiepraktikum bietet sich
an, um das erlernte Wissen in die Praxis umzusetzten und erste
Kontakte zur Industrie zu knüpfen.
Eine wertvolle zusätzliche Erfahrung stellt ein Auslandsaufenthalt
im Rahmen des Studiums dar.
Nach dem Studium stehen einem in der Industrie alle Türen offen,
aber es besteht auch die Möglichkeit im wissenschaftlichen Bereich
mit dem Ziel einer Promotion zum Dr.-Ing. noch weiter an Universitäten oder
Forschungsinstituten tätig zu sein.
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