Studiengang Technische Kybernetik

Nach dem Studium

Das Studium der Technischen Kybernetik zeichnet sich im Grunde vor allen anderen Ingenieurstudiengängen durch die Besonderheit aus, dass man bis zum letzten Tag nicht auf eine bestimmte Branche, in der man tätig wird, und ein bestimmtes Berufsfeld festgelegt ist. Selbst bei einer Vertiefung während des Studiums beispielsweise im Bereich Luft- und Raumfahrttechnik und einer Abschlussarbeit, die sich mit der Konzeption einer neuen Funktionalität in einem Fahrerassistenzsystem für Pkw befasst hat, kann man sich mit seinem fertigen Abschluss ohne besonderen Rechtfertigungsdruck bei einem Unternehmen der Biotechnologie bewerben. Die zentral während des Studiums vermittelten Methoden, Vorgehensweisen und Fertigkeiten in der Analyse komplexer dynamischer Vorgänge und zum Aufbau automatisch arbeitender Einrichtungen zu deren zielgerichteter Beeinflussung durch Steuerung und Regelung sind so allgemein einsetzbar, dass ein solcher Spagat möglich wird, wenn man will.

Daraus resultiert eine sonst nicht gekannte Unabhängigkeit von Branchenentwicklungen während der Studienzeit. Selbst wenn ein Tätigkeitsfeld, das man zu Studienbeginn ins Auge gefasst hat, sich zwischenzeitlich nicht so positiv entwickelt hat, kann man sich zum Studienende neu orientieren und sich in den Branchen bewerben, die bis dahin die besten Perspektiven versprechen oder einem eine interessante Nische eröffnen. Man bleibt unabhängig, und das sogar während des Berufslebens, wo bei entsprechenden Ambitionen ein, zwei Branchenwechsel möglich sind.

Die bereits angesprochenen Fähigkeiten und Fertigkeiten im Analysieren von Vorgängen und Abläufen und zu deren zielgerichteter Beeinflussung durch Steuern und Regeln sind überall und mit wachsender Tendenz nachgefragt, so dass die Berufsaussichten generell als schon immer sehr gut zu bezeichnen waren und weiterhin sind. Dass man außerhalb des Stuttgarter Umfelds dabei gar nicht so selten noch erklären muss, was eine Technische Kybernetikerin beziehungsweise ein Technischer Kybernetiker kann und ist, sollte einen nicht stören, denn wenn man dies vermittelt hat, stehen einem die Tore überall offen. Es darf mit Recht gesagt werden, dass man weiß und schätzt, was man von einem Absolventen mit einem soliden Profil in Technischer Kybernetik erwarten kann und darf. So verwundert nicht, dass man Kybernetikerinnen und Kybernetiker Öffnet einen internen Link im aktuellen Fensterin allen Branchen und in vielfältigsten Positionen antrifft.

Um hier schon während des Studiums laufend Anregungen für die potenzielle Ausgestaltung des eigenen Weges durch das Berufsleben zu geben, wird seit etlichen Jahren von der lebendigen und gut funktionierenden Ehemaligen-Organisation Opens external link in new windowKyb-Alumni der Technischen Kybernetik regelmäßig die Veranstaltungsreihe Opens external link in new windowBerufsbild Technische Kybernetik organisiert und durchgeführt, bei der mehrmals pro Semester Absolventinnen und Absolventen zu Wort kommen und befragt werden können, wie sie ihr Studium erlebt haben und heute rückschauend sehen, was sie daraus mit welchen Zwischenstationen gemacht haben, welche Ratschläge sie der aktuellen Studierendengeneration mit auf den Weg geben usw. Nicht ohne etwas Stolz darf gesagt werden, dass diese Veranstaltungsreihe sehr guten Zuspruch findet und ein Alleinstellungsmerkmal der Technischen Kybernetik an der Universität Stuttgart ist.

Ein erfolgreiches Bachelor-Studium in Technische Kybernetik kann im darauf aufbauenden Master-Studiengang Technische Kybernetik gewinnbringend vertieft werden. Die Dozentinnen und Dozenten des Studiengangs empfehlen dringlich, diese Option auch zu nutzen, am besten im unmittelbaren Anschluss an den Bachelor-Abschluss, wenn alles bisher Vermittelte noch frisch und präsent ist. Erst die vertieften Kenntnisse in der weitergehenden Theorie und Praxis der Systemanalyse und der Steuerungs- und Regelungstechnik, welche das Masterstudium mit einer großen Vielzahl von Möglichkeiten zu individuell wählbaren Schwerpunktbildungen ermöglicht, eröffnen einem alle beruflichen Karrierewege und zwingen einen nicht, nur in Teilbereichen tätig bleiben zu müssen.

Wer möchte, kann einen Bachelor-Abschluss in Technische Kybernetik auch durch ein Master-Programm in einem anderen Fach ergänzen. Alle Ingenieurstudiengänge im Umfeld des „Stuttgarter Maschinenbaus“ sind hier auf größtmögliche Flexibilität und wechselseitige Durchlässigkeit ausgelegt, aber auch ein Hochschulwechsel kann interessant und förderlich sein. Umgekehrt sind auch Bachelorabsolventinnen und -absolventen aus anderen Ingenieurbereichen, woher auch immer, im Master-Studiengang Technische Kybernetik willkommen. Grundsätzlich ist festzuhalten, dass ein Studiengangwechsel zwischen Bachelor und Master mit seinen durchaus positiven Aspekten stets mit Flexibilität und auch der Bereitschaft, fehlende, aber notwendige Vorkenntnisse zusätzlich zu erwerben, einhergehen muss.

Besonders Befähigte sollten auch überlegen, ob sie ihr Studium nach einem erfolgreichen Master-Abschluss noch durch eine Opens external link in new windowPromotion vertiefen. Man muss sich dazu bewusst sein, dass dies mit drei bis fünf weiteren Jahren der Qualifikation verbunden ist, in denen man allerdings bereits beruflich tätig ist. Viele Unternehmen schätzen später die besonderen generellen Fertigkeiten promovierter „Doktor-Ingenieure“ (Dr.-Ing.), anstehende Probleme rasch durchschauen, analysieren und einer praktikablen bis optimalen Lösung zuführen zu können. Deshalb ist zu verzeichnen, dass für viele gehobene Positionen heute eine abgeschlossenen Promotion als Voraussetzung gesehen wird.